Anorganische Materialien

Glas

Unter Glas versteht man allgemein Stoffe im amorphen, nichtkristallinen Festzustand. Der Glaszustand läßt sich als eingefrorene unterkühlte Flüssigkeit bzw. Schmelze auffassen. Im engeren Sinne wird Glas als anorganisches oxidisches Schmelzprodukt definiert, das durch einen Einfriervorgang ohne Auskristallisation der Schmelzphasenkomponenten in den festen Zustand überführt wird.

Technisches Glas besteht aus abgekühlten Schmelzen von Siliciumdioxid, Calciumoxid, Natriumoxid mit zum Teil größeren Mengen von Bortrioxid, Aluminiumoxid, Kaliumoxid und anderen Zusätzen. Eine Übersicht über die Zusammensetzung einiger industriell hergestellter Glasarten geben die beiden Tabellen.

 

Chemische Zusammensetzung und Eigenschaften einiger im Labor verwendeter Gläser.

Glasart ungefähre Zusammensetzung in Masseprozent maximale Einsatztemperatur1 in °C Kennzeichnung2 Farbe der Schnittfläche
  SiO2 B2O3 Na2O K2O CaO Al2O3 Sonstige Bestandteile      
Thüringer Glas 69 - 15 3 7 5 MgO zerspringt beim Erwärmen sehr leicht schwarzer Stempel grün bis blaugrün
Jenaer Geräteglas 75 7,5 6 1 1 6 BaO, As2O3 500 schwarzer Streifen oder blauer Stempel gelblich
Rasothermglas, Duranglas 81 13 4 0,4 - 2 - 700 roter oder grüner Stempel blaßgrün bis leicht gelblich
Quarzglas 100 - - - - - - 1300 blasige Oberfläche weiß

Quelle: Einführung in die Laboratoriumspraxis, Lehrwerk Chemie, Arbeitsbuch 0, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1979.

1 Das ist ein ungefährer Richtwert, hängt von der Glasstärke ab! Beim Arbeiten im Vakuum liegt diese Temperatur tiefer!

2 für Geräte aus DDR-Produktion

 

 

Chemische Zusammensetzung einiger industriell hergestellter Gläser in Gewichtsprozent.

Glasart SiO2 B2O3 Na2O K2O CaO Al2O3 sonstige Bestandteile
Flachglas

(Fensterglas)

72 - 14 - 9 0,3 4 MgO
Behälterglas

(Flaschenglas)

73 - 14 0,6 10 1,5 0,1 MgO
Glühlampenglas 73 17 5 1 4 MgO
Fernsehkolbenglas 67 8 8 4 13 BaO
Bleikristallglas 60 1 1 13 - - 24 PbO

1 BaO

Faserglas (Lichtleiter) 54 10 - - 17,5 14 4,5 MgO

Quelle: CD Römpp Chemie Lexikon – Version 1.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1995




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Letzte Aktualisierung: 4. September 2009
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